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Mittwoch, 11. Juni 2014

Rezension "Wir sind doch Schwestern" von Anne Gesthuysen

 

Kurzbeschreibung (Quelle)
Gertrud wird 100. Das Geheimnis ihres langen Lebens: "Starker Kaffee ohne alles und jeden Tag um elf Uhr einen Schnaps." Mit ihren Schwestern Katty und Paula lädt sie zum großen Fest. So unterschiedlich die drei sind, haben sie doch vieles gemeinsam: Eigensinn, Humor und Temperament, das in diesen Tagen auch mal mit den alten Damen durchgeht; schließlich lauert hier auf dem Tellemannshof in jedem Winkel die Erinnerung ...
Verlag: Piper
Seiten: 416 Seiten 
Buchreihe: nein
ISBN: 978-3-492-30431-3
Erscheinungstermin: 10. März 2014
Preis  € 9,99
Widmung des Buches...
Für Bernhard

Der erste Satz
"Er war dunkelgrau mit hellgrauer Maserung und sah aus wie Wolken an einem dieser undefinierten Sommertage, die man am Niederrhein so oft erlebte."

Cover/Gestaltung
Farblich finde ich den Einband des Buches sehr schön und äußerst gelungen. Eine wirklich warme und ansprechende Farbkombination!

Meine Meinung über das Buch
Ich muss gestehen, dass ich einige Zeit brauchte, um mich in dieses Buch hineinzufinden. Woran es genau lag, kann ich gar nicht so einfach sagen. Die Geschichte der Schwestern, die alle drei (mit 100 Jahren, 98 Jahren und - ich glaube - 84 Jahren) auf ein langes und bewegtes Leben zurückschauen, wird anlässlich zum nahenden 100. Geburtstag von Gertrud in Rückblenden erzählt. 

Von allem etwas scheint in "Wir sind doch Schwestern" eingeflossen zu sein: Gertrud, die fast 100jährige Schwester blickt auf eine ungewollt unglückliche Liebesgeschichte zurück, ihr Leben wird auch in diesem biblischen Alter davon bestimmt, dass sie "unverzeihliche Fehler" immer noch nicht vergeben kann. Paula, die "mittlere" Schwester, hat ihr Leben (teilweise) mit einem homosexuellen Ehemann verbracht, dem sie wiederum den ihr ungewollt zugefügten Schmerz allerdings vergeben konnte und immer noch wohlwollend an ihn zurückdenkt.

Katty, die "kleine" Schwester ist ebenfalls ein extremer Charakter, deren Loyalität dem Gutsherren vom Tellemannshof gilt und den sie in seiner politischen Karriere vollauf unterstützt, ihre Gefühle für ihn jedoch immer versucht, im Zaum zu halten.

Alle drei Schwestern haben ihre heftigen Liebeskonflikte auszuhalten - ihre Geschichten laufen vor dem interessanten Zeitgeschehen des 20. Jahrhunderts ab! Und alle drei sind extreme, sehr temperamentvolle Charaktere, die auch in ihrem hohen Alter noch nichts von ihrem Temperament und ihrem "Feuer" eingebüßt haben….

Der angenehme Schreibstil der Autorin, Anne Gesthuysen, die viele sicherlich aus dem ARD-Morgenmagazin kennen, hat mir spannende und sehr interessante Stunden beschert, nachdem ich die ersten Anfangsschwierigkeiten überwunden hatte. 

"Ich glaube, es liegt daran, dass gesprochene Worte so flüchtig sind. Aber was niedergeschrieben ist, das kann man immer wieder hervorkramen, das ist kaum aus der Welt zu schaffen….." 

Ein wirklich tolles (z. T. autobiographisches) Buch, das neben teils sehr trauriger Geschichte(n) und Einblicken ins Liebesleben der Schwestern klar macht, dass es eigentlich nie zu spät ist, anderen zu verzeihen!!!! Irgendwie wahr oder? 

Über die Autorin  
Anne Gesthuysen ist 1969 in einem kleinen Dorf am Niederrhein geboren und aufgewachsen. Sie hat Journalistik und Romanistik studiert und arbeitet seit 1987 als Journalistin für verschiedene Fernseh- und Radiosender. Seit 2004 moderiert sie das ARD-Morgenmagazin, für das sie 2012 mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet wurde. Sie lebt mit ihrem Mann Frank Blasberg und dem gemeinsamen Kind in Köln.

Meine Bewertung
5 von 5 Punkten

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