Montag, 24. November 2014

Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe von A. J. Betts


Kurzbeschreibung 


Zwei Ich-Erzähler zum Verlieben erzählen ihre Geschichte einer unwahrscheinlichen Liebe 

Kopf an Kopf liegen Zac und Mia in ihren Krankenhausbetten, nur durch eine dünne Wand getrennt. Alter: 16. Diagnose: Krebs. Gefühlszustand: isoliert und allein. Und aus ersten Klopfzeichen erwächst eine Liebe, die unter normalen Umständen niemals möglich gewesen wäre …

Verlag: KJB
Seiten:  336 Seiten 
Buchreihe: nein
ISBN: 978-3-596-85661-9
Erscheinungstermin: 25. September 2014
Kategorie: Jugendbuch / Ab 14 Jahren
Preis  € 14,99 

Widmung des Buches
Für alle Zacs und Mias. Die echten.

Der erste Satz
"Nebenan zieht ein Neuling ein."

Cover/Gestaltung
Wunderschön, diese blauen Buchstaben auf cremefarbenem Untergrund. Dazu noch der plastisch leicht hervor gearbeitete kleine Zweig des Vergissmeinnichts...

Meine Meinung über das Buch
Lange Zeit fand ich zu dieser Art von Büchern keinen richtigen Zugang. Doch das hat sich mittlerweile gründlich geändert. 
Schon "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" (in dem es auch um die Krebsthematik bei Kindern/Jungendlichen geht), das ich als Buch gelesen und auch als Film  angesehen habe, hat mich zutiefst berührt. 
So erging es mir auch mit "Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe" - ein Buch, was so ähnlich wie "Das Schicksal..." und doch so völlig anders ist! Obwohl beide Bücher von Krebserkrankungen bei Jugendlichen handeln.... Ich wage zu bezweifeln, dass man sich als Außenstehender wirklich in solch eine Lage hinein versetzen kann, ich zumindest merke immer, dass bei mir ab einer bestimmten Grenze einfach nichts mehr geht und bei mir eine Schranke fällt.
"Wie unfair ist es eigentlich, Leukämie und Akne zu haben?"
Ein Ausspruch, der mich zum Lachen veranlasste, mir aber auch zeigte, dass diese Jugendlichen mit einer Krebserkrankung zusätzlich dazu auch noch ihre ganz normalen Alltagssorgen, wie eben auch Akne haben....!
"Drei Uhr nachts ist richtig übel. Es ist zu dunkel, zu hell, zu spät, zu früh. Das ist die Zeit, in der du anfängst, dir Fragen zu stellen, die dir dann wie Fliegen im Kopf umherschwirren, bis er voll davon ist."
In dieser Geschichte wird immer wieder die Erzählperspektive gewechselt: Mal werden die Dinge aus Zacs Sicht, mal aus Zoes Perspektive heraus geschildert. Was mir jedoch sehr dabei half, ein wenig die Betroffenheit, Hilflosigkeit und auch die extreme Belastung nachzufühlen, die man bei solch einer Erkrankung verspüren muss. Wie gesagt, jedoch alles nur am Rande... 

Zac ist ein sehr sympathischer Charakter, zu dem ich sehr schnell Zugang gefunden habe. Eher als zu Mia. Was sicherlich auch daran liegen mag, dass Mia mit ihrer Erkrankung nicht klarkommt und diese permanent zu verdrängen versucht. Verständlicherweise... Sie definiert sich sehr über Äußerlichkeiten, was bei einem Mädchen in diesem Alter, das auch sehr von ihren Mitmenschen/Freunden in diese Rolle gedrängt wird, natürlich nachvollziehbar ist. Nach und nach kann sie sich jedoch etwas davon lösen, was auch sicherlich gut und sinnvoll für sie ist! 
Den Charakter von Zacs Mutter (und auch den Rest seiner Familie) finde ich wirklich sehr angenehm und vor allem bewundernswert, denn dass sie in solch einer schweren Lage noch positive Gedanken verbreiten kann, gefällt mir sehr. Und ich würde mir wünschen - obwohl ich hoffe, niemals in diese Situation zu gelangen - dann ähnlich wie sie reagieren zu können.

Sprachlich gesehen, kann man diesen wundervollen Schicksalsroman schnell und flüssig durchlesen, für meine Begriffe, hätte er ruhig noch ein wenig länger sein können, denn ich konnte mich kaum von den Personen trennen, die mir doch sehr ans Herz gewachsen sind.

Immer wieder merkt man, das die Autorin, A. J. Betts, bei ihrer Arbeit im Krankenhaus in sehr engen Kontakt mit dieser Form von Erkrankung gerät. Genauestens schildert sie die  Gefühle der Jugendlichen: Die Ängste, die Wut und auch die Hoffnung, die immer wieder geschöpft wird....

"...rotzig, aber nicht trotzig..." so urteilt GEOlino über den Roman und das trifft für mich den Nagel genau auf den Kopf. Emotional und sehr berührend, aber auch sehr lustig und unterhaltsam mit einem sehr ernsten Kern...wer solch ein Buch sucht, der ist bei diesem genau richtig gelandet.

Über die Autorin
A. J. Betts ist Englischlehrerin und Dozentin in Perth, Australien. Sie unterrichtet seit vielen Jahren in einem Krankenhaus. Die Jugendlichen, die sie dort kennengelernt hat, haben sie zu diesem Roman inspiriert. ›Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe‹ wurde mit dem renommierten Text Prize for Young Adult and Children’s Writing 2012 ausgezeichnet.

 Mein Fazit
Ein Buch über Krebserkrankungen bei Jugendlichen ist von Grund auf immer schwierig....aber wenn es dann mit so einem herzlichen Tonfall, Augenzwinkern und natürlich auch viel Ernsthaftigkeit wie bei "Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe" herüber gebracht wird, dann hat die Autorin doch wirklich alles richtig gemacht! Und wir haben mal wieder ein wirklich mitreißendes Buch zu verschlingen....

Kommentare:

  1. Liebe Olivia,
    ich hatte hier schon mal was geschrieben, wahrscheinlich aber nicht "abgeschickt". Naja, egal. Ich habe deine Rezi so gerne gelesen, vor allem, weil wir hier absolut gleich denken. Mia ist wirklich ein schwieriger Charakter, richtig sympathisch war sie mir nie. Aber darauf kommt es für mich bei Büchern auch gar nicht an. Ich bin keine Leserin, der nur Bücher gefallen, in denen die Hauptcharaktere sympathisch sind. Echt müssen sie sein, und das waren hier beide. Insgesamt hatte für mich "Das Schicksal ..." natürlich die Nase vorn. Das Buch ist für mich ungeschlagen, in diesem Genre.
    Grüß dich lieb,
    Damaris

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    1. Liebe Damaris,
      dann teilen wir auch diese Meinung, denn auch für mich ist "Das Schicksal...." immer noch ein Stück besser. Ich sehe es auch wie Du, dass die Charaktere mir nicht immer sympathisch sein müssen, damit ich ein Buch auch wirklich mag. Manchmal sind es auch die Ecken und Kanten, die das ganze so spannend machen oder? Schön, dass wir dieses Buch so ähnlich empfunden haben...

      Komisch, dass Dein Kommentar nicht ankam. Aber manchmal sind auch hier wieder diese kleinen Kobolde am Werk ;-)

      Liebe Grüße zurück,
      Olivia

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